Allergietablette:
Erleichterung für Graspollenallergiker.
Schon in naher Zukunft wird eine Tablette die von vielen Allergikern
als lästig empfundenen Allergiespritzen ersetzen.
Schon
bald wird in Europa eine spezifische Immuntherapie in Tablettenform
auf den Markt kommen, die für Patienten mit Graspollenallergie
bestimmt ist. Menschen die unter Heuschnupfen leiden können
dann täglich eine Allergietablette einnehmen und dadurch
ihren Bedarf an den oft problematischen, lediglich symptomatisch
wirkenden Medikamenten deutlich vermindern.
Bislang stehen bei Heuschnupfen für die spezifische Immuntherapie
(SIT) mit der subkutanen Injektion von Allergenpräparaten,
oder der sublingualen Verabreichung von Tropfen, zwei alternativ
anwendbare Therapieformen zur Verfügung. Professor Claus
Bachert von der HNO-Universitätsklinik Gent in Belgien berichtete
aber beim Welt-Allergie-Kongreß in München, daß
viele Patienten diese gut verträglichen Möglichkeiten
nicht annehmen. Mit der neuen Allergietablette wird es daher in
Zukunft vermutlich möglich sein, deutlich mehr Allergiker
kausal zu behandeln.
Der Wirkstoff der Allergietablette die von dem Unternehmen Alk-Scherax
Arzneimittel, Hamburg, entwickelt wird, sind standardisierte Allergene
aus Wiesenlieschgras (Phleum pratense). Für das Produkt ist
bereits im vergangenen Jahr bei der schwedischen Gesundheitsbehörde
die Zulassung beantragt worden.

Für
die Allergietablette wird eine neuartige Zusammensetzung verwendet,
die innerhalb von Sekunden eine Löslichkeit ohne Wasser ermöglicht.
Die Behandlung mit der neuen Allergietablette sollte mindestens
acht bis zwölf Wochen vor der Gräserpollensaison beginnen
und ganzjährig über drei Jahre fortgeführt werden.
Bereits
nach einer zehnwöchigen Einnahme der Tabletten reduzieren
sich die Heuschnupfen-Symptome um 37 Prozent und der Bedarf an
symptomatisch wirkenden Medikamenten geht sogar um 41 Prozent
zurück.
Die
Zahl der beschwerdefreien Tage hat sich um 54 Prozent erhöht.
Das entspricht etwa einem Monat. Ein ähnliches innovatives
Produkt in Tablettenform zur spezifischen Immuntherapie wird derzeit
auch für Patienten entwickelt, die gegen Hausstaubmilben
allergisch sind.
