Insektengift-Allergie
Nicht einmal der
Nikolaus ist sicher vor Wespenstichen
Menschen, die allergisch
gegen Bienen- oder Wespengift sind, leben während des
Sommerhalbjahres in großer Angst. Und in diesem Jahr
waren besonders viele Wespen unterwegs. Nach einem Stich
durch Bienen oder Wespen reagieren Insektengift-Allergiker
innerhalb weniger Minuten mit oftmals heftigen allergischen
Symptomen wie Hautausschlag, Schweißausbrüchen,
Atemnot, Schwindel, Zittern, Übelkeit oder Erbrechen.
Schlimmstenfalls kommt es zu einem allergischen Schock mit
Bewusstlosigkeit und Atem- bzw. Kreislaufstillstand. Wenn
so ein Allergieschock nicht sofort ärztlich behandelt
wird, kann er tödlich enden. Professor Gerhard Schultze-Werninghaus,
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie
und klinische Immunologie (DGAI) rät daher: "Bei
heftigen allergischen Reaktionen nach einem Insektenstich
sollte sofort ein Notarzt gerufen werden. Langfristig muss
die Allergie fachärztlich mit einer Hyposensibilisierung
behandelt werden."
Dieses Jahr war
ein Wespenjahr
Wie Volker Mauss
vom Zentrum für Wespenkunde in Michelfeld berichtet,
gab es wegen des trockenen Frühlings in diesem Sommer
besonders viele Wespen. "Dieses Jahr werden viele Wespenköniginnen
überwintern. Ob das nächste Jahr aber wieder so
ein ausgeprägtes Wespenjahr wird, hängt von der
Witterung Ende April und Anfang Mai ab. Bei trockenem Wetter
finden die Königinnen leicht Futter und haben ideale
Bedingungen, um ein Volk zu gründen." Bei Wespen
überleben nur junge Weibchen, die Königinnen,
den Winter. Sie suchen sich für die Winterruhe alleine
oder mit bis zu 70 anderen Wespen-Königinnen frostgeschützte
Orte wie Holzstöße, hohle Bäume oder Dachböden.
"In warmer Umgebung werden die Königinnen aber
rasch wieder munter", warnt der Biologe Mauss, "es
besteht die Gefahr, die Tiere beispielsweise mit Feuerholz
in die Wohnung zu tragen."
Lehrer brach vor
der Klasse zusammen
Deshalb besteht
auch im Winter keine hundertprozentige Sicherheit vor Wespenstichen.
Das musste auch ein Lehrer am eigenen Leib erfahren, der
seinen Schülern als Nikolaus verkleidet eine Freude
machen wollte. Eine Königin hatte sich genau den Jutesack
auf dem Dachboden als Winterversteck ausgewählt, in
dem der ahnungslose Lehrer am Nikolaustag seine Geschenke
verstaute. Mauss: "Die Schüler staunten nicht
schlecht, als der Nikolaus in ihrer Klasse statt der erwarteten
Päckchen eine Wespenkönigin aus dem Sack beförderte,
einen Schmerzenslaut ausstieß und kurz darauf vom
Notarzt behandelt werden musste. Der als Nikolaus ausstaffierte
Lehrer war Insektengift-Allergiker."
Bei Allergie auf
Insektengift unbedingt hyposensibilisieren
Menschen, die bereits
einmal schwere allergische Reaktionen nach einem Stich erlitten
haben, müssen sich in Acht nehmen. Der nächste
Stich kann lebensgefährlich werden. Deshalb sollten
Betroffene unbedingt einen auf Allergien spezialisierten
Arzt aufsuchen. Wichtigste Therapie ist die spezifische
Immuntherapie (Hyposensibilisierung). Mit ihr können
nahezu alle Insekten-gift-Allergiker geheilt werden. Wie
eine spezifische Immuntherapie gegen Pollen-, Hausstaub-
oder Tierhaar-Allergien kann die Therapie ambulant durchgeführt
werden. Bei einer Allergie auf Insektengift empfehlen Allergologen
jedoch meistens, die Therapie über einen Zeitraum von
wenigen Tagen in einem Krankenhaus zu beginnen. Den Patienten
werden allmählich ansteigende Mengen des Allergieauslösers
unter die Haut gespritzt. Dadurch wird die überschießende
Reaktion des Immunsystems der Allergiekranken wieder normalisiert.
In der Klinik kann die Dosierung des Allergieauslösers
sehr schnell gesteigert werden, so dass der Körper
bereits nach kurzer Zeit gegen die unheilvolle Wirkung des
Insektengifts geschützt ist. Damit ein langjähriger
Schutz besteht, erhalten die Patienten über einen Zeitraum
von ca. drei Jahren einmal im Monat eine weitere Injektion.
Im Internet kann unter der Adresse www.allergiecheck.de
in der Rubrik "Wissen" nach Spezialkliniken für
die Behandlung von Insektengift-Allergien recherchiert werden.
"Wer seine Insektengift-Allergie noch in diesem Jahr
von einem Allergologen behandeln lässt, kann bereits
den nächsten Frühling ohne Angst vor Stichen verbringen",
erklärt Professor Schultze-Werninghaus.
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Überwinternde Wespenkönigin. Dieses Jahr
werden viele Wespenköniginnen überwintern,
weil wir in Deutschland ein ausgesprochenes Wespenjahr
hatten. Bei Wespen überleben nur junge Weibchen,
die Königinnen, den Winter. Sie suchen sich für
die Winterruhe alleine oder mit bis zu 70 anderen
Wespen-Königinnen frostgeschützte Orte wie
Holzstöße, hohle Bäume oder Dachböden.
In warmer Umgebung werden die Königinnen aber
rasch wieder munter und es besteht die Möglichkeit,
die Tiere beispielsweise mit Feuerholz in die Wohnung
zu tragen. Wespen können dann sogar im Winter
eine Gefahr für Insektengift-Allergiker darstellen.
Nach einem Stich durch Bienen oder Wespen reagieren
Insektengift-Allergiker innerhalb weniger Minuten
mit oftmals heftigen allergischen Symptomen wie Hautausschlag,
Schweißausbrüchen, Atemnot, Schwindel,
Zittern, Übelkeit oder Erbrechen. Schlimmstenfalls
kommt es zu einem allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit
und Atem- bzw. Kreislaufstillstand. Ob das nächste
Jahr auch wieder ein Wespenjahr wird, hängt von
der Witterung Ende April und Anfang Mai ab. Bei trockenem
Wetter finden die Königinnen leicht Futter und
haben ideale Bedingungen, um ein Volk zu gründen.
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