Husten, Schnupfen,
Atemnot
Milbenallergie
führt zu grippeähnlichen Beschwerden
Ein Zusammenhang
zwischen allergischen Atemwegserkrankungen und Hausstaubmilben
wurde erstmals in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts
erkannt. Heute weiß man, dass in den Exkrementen der
Hausstaubmilben Eiweißmoleküle enthalten sind,
die eine allergische Reaktion auslösen können.
Menschen, die auf diese Milbenallergene sensibel reagieren,
leiden häufig über das ganze Jahr hinweg unter
Schnupfen, Niesen, Husten oder Atemnot. Professor Gerhard
Schultze-Werninghaus, Präsident der Gesellschaft für
Allergologie und klinische Immunologie (DGAI): "Bei
Verdacht auf eine Haus-staubmilben-Allergie sollte ein auf
Allergien spezialisierter Arzt aufgesucht werden. Er kann
nach einem Allergietest die richtige Diagnose stellen und
eine effektive Behandlung einleiten." Gegen die akuten
Allergiebeschwerden helfen so genannte Antihistaminika.
Sie hemmen bei regelmäßiger Einnahme die aller-gische
Reaktion im Körper. Langfristig sollte jedoch eine
spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) mit standardisierten
Allergen-Präparaten in Erwägung gezogen werden.
Diese auch als "Allergie-Impfung" bezeichnete
Behandlung bessert in etwa 90 Prozent der Fälle die
Symptome dauerhaft und effektiv.
Hausstaubmilben
sind lichtscheue und wärmeliebende Gesellen
Hausstaubmilben
sind winzige Spinnentiere und nur etwa 0,3 Millimeter groß.
Mit dem bloßen Auge sind sie gerade nicht mehr zu
sehen. Es gibt zwei wichtige Arten: Dermatophagoides
pteronyssinus und Dermatophagoides farinae. Die
Männchen werden 60 bis 100 Tage, die Weibchen bis zu
150 Tage alt. Weibliche Hausstaubmilben legen jeden Tag
bis zu vier Eier. Aus ihnen schlüpfen nach etwa einer
Woche Larven, die sich nach mehreren Häutungen und
Entwicklungsstadien innerhalb von drei bis vier Wochen zu
geschlechtsreifen Milben entwickeln.
Hausstaubmilben
sind lichtscheu und bevorzugen Temperaturen um 25 Grad Celsius
sowie eine Luftfeuchtigkeit von 75 Prozent. In Wohnungen
kommen sie häufig in Betten, Teppichen und Polstermöbeln
vor. Da wir pro Nacht etwa einen Liter Schweiß abgeben
und die Betten durch unseren Körper an-wärmen,
finden Hausstaubmilben vor allem in Betten ideale Bedingungen.
Genügend Futter steht hier auch zur Verfügung:
Der Mensch verliert pro Tag bis zu ein Gramm Hautschuppen.
Sie sind die wichtigste Nahrungsquelle für Hausstaubmilben.
Im Herbst höhere
Belastung durch Allergieauslöser aus Milbenkot
Die Anzahl der
Milben unterliegt jahreszeitlichen Schwankungen. Etwa ab
Mai, wenn die Luft feuchter wird und die Temperaturen steigen,
beginnen die Milben, sich zu vermehren. Die meisten Hausstaubmilben
gibt es im Herbst. Wird es dann kälter und die Raumluft
mit der beginnenden Heizperiode wieder trockener, sterben
viele Milben ab. Im frühen Winter sind viele tote Milben
und ihre Exkremente im Staub zu finden. Sie werden in der
trockenen Luft leicht aufgewirbelt. Daher enthält die
Raumluft in den ersten Wintermonaten vermehrt Allergieauslöser
aus dem Milbenkot. In dieser Jahreszeit haben Menschen mit
einer Hausstaubmilben-Allergie deshalb häufiger oder
stärkere Beschwerden. "Leider ist es trotz intensiver
Forschung bisher nicht gelungen, zuverlässige Methoden
zu finden, mit der einer Allergie auf Hausstaubmilben vorgebeugt
werden kann", bedauert der Allergologe Schultze-Werninghaus.
"Es fehlen uns auch noch gesicherte Informationen,
wie man die Milbenbelastung in Wohnräumen in den Griff
bekommt. Wahrscheinlich ist es aber sinnvoll, die Betten
mit milbendichten Bezügen, so genannten Encasings,
auszustatten."
" Bischoff, E.R.C.: Hausstaubmilben:
Biologie, Ökologie und medi-zinische Bedeutung. Pfälzer
Heimat 1988;3:98-104.
" http://www.uni-kiel.de/zoologie/parasiten/milbe.htm
" http://www.milbenforschung.de
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