Experten
erwarten für diesen Frühling besonders viele Birkenpollen
Birkenpollen
gehören zu den Hauptauslösern von Heuschnupfen oder
allergischem Asthma.1 In einer Untersuchung des
Globalen Europäischen Netzwerks für Allergien und Asthma (GA2LEN)
liegt in Berlin bei 31,5 Prozent der Patienten eines
Allergiezentrums eine Sensibilisierung gegen Birkenpollen vor.2
Der
Birkenpollenflug hat im April seinen Höhepunkt. Menschen mit
einer Allergie auf Birkenpollen leiden dann unter Niesen,
Augenjucken oder gar Atemnot. Professor Claus Bachert, Präsident
der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische
Immunologie (DGAKI), rät den Betroffenen, frühzeitig einen
auf die Behandlung von Allergien spezialisierten Facharzt
aufzusuchen. Moderne antiallergische Medikamente können die
Beschwerden wirksam bessern. Außerdem sollten Allergiker bei
einem Allergologen testen lassen, ob für sie eine spezifische
Immuntherapie (Hyposensibilisierung) in Frage kommt. „Die
spezifische Immuntherapie ist eine ursächliche Behandlung
gegen Allergien, die zu einer jahrelangen Besserung, im besten
Fall sogar zu einer Heilung der Pollenallergie führen
kann“, erläutert Bachert.
2008
ist ein Birken-Mastjahr
„Da
die Birke in der Regel jedes zweite Jahr besonders viele
Pollen ausschüttet, erwarten wir für 2008 wieder eine starke
Belastung mit Birkenpollen“, warnt der Medizinmeteorologe
Dr. Klaus Bucher vom Deutschen Wetterdienst in Freiburg.
„Allerdings hängt der Pollenflug von Witterungsverhältnissen
wie Temperatur, Wind und Niederschlag, auch in der Vorblühphase,
ab. Deshalb können wir noch keine endgültige Aussage
machen.“ Auch die Pollenmessdaten der Stiftung Deutscher
Polleninformationsdienst (PID) zeigen, dass die Jahre 2004 und
2006 Mastjahre für die Birke waren: Besonders viele
Birkenpollen sind durch die Luft geflogen. Die
Birkenpollensaison 2007 hingegen fiel in den meisten Regionen
Deutschlands verhältnismäßig schwach aus. Dr. Reinhard
Wachter, Biologe aus Delmenhorst, misst seit 1982 unter
anderem auch den Birkenpollengehalt der Luft. Dabei zeigte
sich an der niedersächsischen Messstelle Delmenhorst wie auch
andernorts ein zeitweise ausgeprägter Zwei-Jahres-Rhythmus
der gemessenen Birkenpollenmengen.
Die
Leidenszeit hat für einige Heuschnupfenkranke bereits im
Januar mit dem ersten Pollenflug von Erle und Hasel begonnen.
Ab März ist dann abhängig vom Wetter bzw. vom Standort mit
Birkenpollen zu rechnen. Kaum endet die Baumpollensaison im
Mai, fangen die Gräser und der Roggen an zu blühen. „Heute
müssen sich Allergiker zeitiger auf die Heuschnupfensaison
vorbereiten, als noch vor 20 Jahren. Im Allgemeinen startet
die Pollensaison nun rund 14 Tage früher“, sagt Bucher. Der
Biologe Wachter stellte fest, dass die Birke in den Jahren
nach 1994 ihr Blühmaximum im Mittel drei Tage früher
erreicht als in den 13 Jahren zuvor. Dies sei möglicherweise
ein Ausdruck des Klimawandels.
Bei
Allergien zum Allergologen
Bei
Menschen mit einer Pollenallergie reagiert das Immunsystem
nach dem Einatmen von Blütenstaub überempfindlich. „In den
Birken-Mastjahren leiden besonders viele Patienten unter einer
Allergie auf Birkenpollen“, berichtet Professor Regina Fölster-Holst
vom Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA). „Der
Zwei-Jahres-Rhythmus der Birkenblüte spiegelt sich in den
Beschwerden der Patienten wider. Ich erwarte, dass dieses Jahr
im Frühling viele Heuschnupfenpatienten in die Sprechstunde
kommen“, so die Leiterin der Atopiesprechstunde der
Universitäts-Hautklinik in Kiel. „Wer im Frühling starke
Atemwegsbeschwerden hat, sollte daran denken, dass die Ursache
eine Pollenallergie sein kann. Nicht immer ist ein grippaler
Infekt Schuld an Schnupfen, Niesen und Husten im Frühling!“
DGAKI-Präsident
Bachert warnt davor, einen allergischen Schnupfen auf die
leichte Schulter zu nehmen: „Die typischen Symptome für
Heuschnupfen sind eine geschwollene Nasenschleimhaut,
gesteigerte Schleimproduktion und ein starker Juckreiz. Die
allergische Entzündung kann sich auf die Bronchien ausdehnen
und zu allergischem Asthma mit pfeifender Atmung, Luftnot und
Husten führen.“ Heuschnupfen sollte auf jeden Fall
rechtzeitig behandelt werden, um das Asthmarisiko zu senken
und um zu verhindern, dass die Erkrankung chronisch wird.
Bachert rät Menschen mit Beschwerden, die auf Heuschnupfen
oder Asthma hindeuten, rechtzeitig einen allergologisch
ausgebildeten Facharzt aufzusuchen: „Mit einer fachärztlichen
Therapie bekommt man Allergien gut in den Griff und
verhindert, dass sie mit den Jahren immer schlimmer werden.“
Spezifische
Immuntherapie hilft dauerhaft
Eine
effektive Allergietherapie bekämpft nicht nur die
Heuschnupfen-Symptome, sondern verbessert auch die
Leistungsfähigkeit und den nächtlichen Schlaf der
Betroffenen. Bei der medikamentösen Behandlung haben sich
kortisonhaltige Nasensprays und Antihistaminika für die tägliche
Einnahme sehr bewährt. Eine langfristige Besserung ist in
etwa 90 Prozent der Fälle mit einer spezifischen
Immuntherapie möglich. Die Patienten erhalten – zumeist
über einen Zeitraum von drei Jahren – regelmäßig
Injektionen mit molekular standardisierten Allergenen. Als
Folge reagiert das Immunsystem wieder weniger sensibel auf
den Allergieauslöser. Die Immuntherapie kann so den
Etagenwechsel zum Asthma bronchiale verhindern.
1.
Bousquet PJ et al: Prevalence of positive skin tests to
environmental aeroallergens in the European Community
Respiratory Health Survey I. Allergy 2007:62:301-309.
2.
Heinzerling L et al: Standard skin prick testing and
sensitization to inhalant allergens across Europe – a survey
from the GA2LEN network. Allergy 2005:60:1287-1300.
2008
wieder ein Birken-Mastjahr
Der Biologe Dr. Reinhard Wachter misst seit 1982 den
Birkenpollengehalt der Luft. An seiner Messstelle in Delmenhorst
zeigt sich wie auch andernorts ein zeitweise ausgeprägter
Zwei-Jahres-Rhythmus der gemessenen Pollenmengen. So erwarten
Experten, nach dem schwächeren Birkenpollenflug 2007,
dieses Jahr wieder eine hohe Belastung mit Birkenpollen. Besonders
viele Menschen mit einer Allergie auf diese Pollen leiden
dann unter Niesen, Augenjucken oder gar Atemnot. Professor
Claus Bachert, Präsident der Deutschen Gesellschaft für
Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI), rät Betroffenen,
frühzeitig einen auf die Behandlung von Allergien spezialisierten
Facharzt aufzusuchen.
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