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Ärzteverband Deutscher Allergologen e. V. (ÄDA)
Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e. V. (DGAKI)
Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e. V. (GPA)

1. Februar 2008


Letzter Starttermin für Spezifische Immuntherapie

Jetzt an Baum- und Gräserpollenflug 2008 denken

In Deutschland leidet bereits ein Viertel der Bevölkerung unter einem allergischen Schnupfen. „Von diesem Personenkreis reagiert etwa 30 Prozent allergisch auf Birkenpollen und nahezu 50 Prozent auf Gräserpollen“, weiß Professor Ludger Klimek, Vorstandsmitglied des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA) aus Wiesbaden. Bei Menschen mit einer Pollenallergie reagiert das Immunsystem nach dem Einatmen von Blütenstaub überempfindlich. Bestimmte Zellen des Immunsystems setzen Entzündungsstoffe frei, die beispielsweise die Nasenschleimhaut anschwellen lassen oder Juckreiz verursachen. „Gerade Birken- und Gräserallergene verursachen oftmals starke Beschwerden. Viele Patienten klagen über andauernde Niesanfälle, Fließschnupfen, Augenjucken, trockenen Reizhusten oder sogar über Atemnot“, so Klimek. Bei leichten Heuschnupfen-Beschwerden verschreiben allergologisch tätige Fachärzte häufig so genannte Antihistamin-Tabletten und kortisonhaltige Nasensprays. „Diese haben sich hinsichtlich der symptomatischen Behandlung sehr bewährt. Viele Patienten äußern Bedenken gegenüber den Einsatz von Kortison. Doch eine kurzfristige Anwendung während des Pollenfluges ist völlig nebenwirkungsfrei“, beruhigt der Wiesbadener Allergologe Klimek.

Im Februar zum Allergologen – Fit in die Pollensaison 2008

Bei einem mäßigen bis schweren oder lang anhaltenden Verlauf des allergischen Schnupfens sollte eine Behandlung der eigentlichen Allergieursache erwogen werden: Die so genannte spezifische Immuntherapie (SIT) erzeugt eine Toleranz des Immunsystems gegenüber Allergenen. Sie kann so langfristig die Beschwerden reduzieren. Doch viele Heuschnupfenpatienten suchen in den Wintermonaten keinen Allergologen auf, weil in dieser Zeit meistens keine Beschwerden auftreten. Laut Klimek vom ÄDA ist das Winterhalbjahr jedoch der günstigste Zeitpunkt für eine SIT. Auch im Februar könne noch mit einer Immuntherapie begonnen werden. Dann sind die Heuschnupfen-Symptome oftmals bereits im kommenden Frühjahr und Sommer gebessert. „Es muss eine sorgfältige Diagnose vorangehen, um den genauen Allergieauslöser festzustellen. Betroffene sollten deshalb möglichst bald einen allergologisch tätigen Facharzt aufsuchen“, rät Klimek.

Husten in der Pollensaison kann Zeichen für Asthma sein

Professor Carl-Peter Bauer aus Gaißach, Erster Vorsitzender der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA), rät, vor allem Kinder mit Heuschnupfen frühzeitig von einem allergologisch ausgebildeten Kinder- und Jugendarzt behandeln zu lassen. „Die Gefahr ist sehr groß, dass die allergische Entzündung sich auf die unteren Atemwege, die Bronchien, ausweitet. Als Folge so eines Etagenwechsels kann sich ein chronisches Asthma bronchiale mit Anfällen von Atemnot entwickeln“, warnt Bauer. Eltern sollten in der Pollensaison sehr sorgfältig auf Hustenanfälle bei ihren Kindern achten. „Husten ist bei Kindern mit einem allergischen Schnupfen oftmals das erste Zeichen für Asthma“, sagt Bauer. Auch bei sportlichen Aktivitäten können Beschwerden wie Husten oder Atemnot auftreten. „Betroffene Kinder sollten möglichst früh mit einer spezifischen Immuntherapie behandelt werden. Diese Behandlung wirkt auch vorbeugend gegen Asthma“, empfiehlt der Allergologe und Kinder- und Jugendarzt Bauer.

Die Qual der Wahl bei der Immuntherapie

Die spezifische Immuntherapie ist die bisher einzige ursächlich wirkende Behandlungsmöglichkeit bei einem allergischen Schnupfen. Dabei injizieren Allergologen üblicherweise über drei Jahre genau diejenigen Allergene unter die Haut, auf die das Immunsystem überreagiert. Dadurch gewöhnt es sich wieder an den Allergieauslöser und reagiert weniger allergisch. Mit dem Einsatz von modernen, molekular standardisierten Präparaten führt die SIT lang anhaltend – auch noch Jahre nach ihrem Ende – zu einer Besserung der Allergie.1 Die dreijährige „Langzeittherapie“ ist bezüglich der Sicherheit und der Behandlungserfolge wissenschaftlich sehr gut untersucht. Allerdings sollte die Therapie etwa 8 bis 16 Wochen vor dem ersten Pollenflug beginnen. In dieser Zeit steigert der Arzt wöchentlich die Allergendosis bis zur Höchstdosis, die dann nur noch monatlich injiziert wird.

Für Birkenpollenallergiker, die sich jetzt noch für den Pollenflug 2008 von März bis Mai wappnen möchten, kommt eine „Kurzzeittherapie“ in Betracht. Dieses Behandlungsschema sieht lediglich vier oder sieben Injektionen mit steigender Dosis im einwöchigen Abstand vor. Die Kurzzeittherapie kann bei einer Allergie gegen Birkenpollen noch im Februar beginnen. Die Wirksamkeit dieser Therapieform kann jedoch geringer als bei der Langzeit-Immuntherapie sein.

Gegen die Gräserallergie geht’s auch ohne Spritzen

Hat ein Allergiker Angst vor Spritzen und lehnt deshalb regelmäßige Injektionen ab, gibt es die Möglichkeit einer Tropfentherapie: Der Patient gibt die Allergenlösung täglich unter seine Zunge und lässt diese drei bis vier Minuten einwirken. Seit etwa einem Jahr gibt es eine weitere Alternative: Die Gräser-Impf-Tablette ermöglicht eine wirksame Therapie der Gräser- oder Roggenpollen-Allergie.2 „Betroffene sollten jetzt in der beschwerdefreien Zeit zu einem allergologischen Facharzt gehen. Die erste Einnahme der Tablette kann noch acht Wochen vor dem Gräserpollenflug im Mai beginnen“, sagt Klimek vom ÄDA. Auch die Gräser-Impf-Tablette wird einmal täglich unter die Zunge gelegt, wo sie sich sekundenschnell auflöst. Für einen Langzeiterfolg sollte die Tabletten-Therapie, ebenso wie die Spritzen-Therapie, mindestens drei Jahre lang erfolgen. „Für Kinder ist die Gräser-Impf-Tablette noch nicht zugelassen. Die Sicherheit und Wirksamkeit dieser Therapieform muss erst in den derzeit laufenden Studien belegt werden“, sagt der GPA-Vorsitzende Bauer.

 

1.  Durham SR, et al.: Long-term clinical efficiacy of grass-pollen immunotherapy. N Engl J Med 1999;341:468-475

2.  Kleine-Tebbe J, et al.: Kreuzallergenität bei Süßgräsern: Konsequenz für Diagnostik und Therapie. Abstract für den 2. Deutschen-Allergie-Kongress, Lübeck 2007.

Die Leidenszeit einiger Heuschnupfen geplagten Menschen hat bereits Ende Januar 2008 mit dem ersten Pollenflug von Erle und Hasel begonnen. Ab März ist dann mit dem Flug von Birkenpollen zu rechnen. Kaum endet die Baumpollensaison im Mai, fangen die Gräser und der Roggen an zu blühen. Laut Professor Ludger Klimek vom Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA) verursachen gerade Birken- und Gräserallergene oftmals starke Heuschnupfen-Symptome. Eine spezifische Immuntherapie ist die bisher einzige ursächliche Behandlungsmöglichkeit. Sie kann in Form einer Spritzen- oder Tropfentherapie erfolgen. Seit 2006 ist die Immuntherapie gegen eine Gräser- oder Roggenpollenallergie auch in Tablettenform möglich

Vorbereiten auf Birken- und Gräserpollenflug 2008
Die Leidenszeit einiger Heuschnupfen geplagten Menschen hat bereits Ende Januar 2008 mit dem ersten Pollenflug von Erle und Hasel begonnen. Ab März ist dann mit dem Flug von Birkenpollen zu rechnen. Kaum endet die Baumpollensaison im Mai, fangen die Gräser und der Roggen an zu blühen. Laut Professor Ludger Klimek vom Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA) verursachen gerade Birken- und Gräserallergene oftmals starke Heuschnupfen-Symptome. Eine spezifische Immuntherapie ist die bisher einzige ursächliche Behandlungsmöglichkeit. Sie kann in Form einer Spritzen- oder Tropfentherapie erfolgen. Seit 2006 ist die Immuntherapie gegen eine Gräser- oder Roggenpollenallergie auch in Tablettenform möglich.

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